Schneckentempo

Wenn alle Welt sich um mich dreht,
ein jeder rennt und springt, nie steht,
um möglichst schnell und ohne Warten
zur nächsten Ablenkung zu starten,
entfern ich mich, ganz ohne Eile,
diskret von dieser Langeweile.
Denn nur, wer Ruhe spürt im Leib,
braucht keinen Dauer-Zeitvertreib.

So bleiben Mut, Geduld und Kraft
wie eine treue Hundertschaft
mir stets sehr nah.
Und ohne teure Pharmaka
spazier ich frisch und guter Dinge
längs der messerscharfen Klinge
auf dem Schwert vom Samurai.
Das ist keine Hexerei.

Winter

Umgeben von der weißen Pracht,
so fein, so leicht und auch so kalt,
bin ich berührt von einer Macht,
die mir gewährt nur Aufenthalt.

Und jedes Jahr zur gleichen Zeit
zeigt sie ihr Temperament.
Und jedes Jahr ist sie bereit,
bestellt ihr Management.

Ich schau hinaus, seh ein perfekt
gemaltes Winterbild
und spür den frostigen Respekt
für das, was ewig gilt.

Das Buch

Er liest und liest und liest
ein Buch, das Blut vergießt.
Und wundert sich, dass all der Schmerz
erkundet auch sein eignes Herz.

Der Schmerz

Der Schmerz, er wandert durch die Glieder
und lässt sich frech im Rücken nieder.
Wo er aus langer Tradition
erwartet seinen Arbeitslohn.

Regen

Ab und zu ein wenig Regen,
habe wirklich nichts dagegen,
denn das Leben auf der Erde
braucht das Nass, damit es werde.