Wo ist der Sex in deiner Stimme?

Wo ist der Sex in deiner Stimme?
Dieses Timbre, rauh und mild,
das mich kitzelte, als schwimme
jeder Tropfen Blut wie wild,
das sich jahrelang verirrte
in die Herzen mancher Frau,
meine Sinne stets verwirrte,
ich erinnre mich genau.

Jener Sound ist fortgeschwemmt,
deine Worte klingen hart.
Was hat sie so eingeklemmt,
so vertrocknet und erstarrt?
Ich versuche zu erspüren,
ob dein Herz noch für mich schlägt.
Dann beschließ ich, nichts zu schüren,
bin zu wenig aufgeregt.

Loslassen

Ich schau in dein Herz
und fühle den Schmerz,
den du verdrängst
und zu mir lenkst.

Denn es gibt ein Leid,
das nach Publikum schreit.
Es ist Zeit zu gehn,
denn du kannst selber stehn.

Im Altenheim

Die Alten dämmern vor sich hin,
als sei die Nacht noch nicht vorbei,
als fehle ihnen dieser Pin,
der schaltet die Bewegung frei.

Sind sie schon müd von diesem Morgen,
von dem Tag, der kaum begann?
Oder drücken ihre Sorgen,
wie es sonst nichts besser kann?

Sie sitzen da, der Kopf geht mit
– das Höchste der Gefühle -,
wenn ich mit meinem flotten Schritt
vorbeigeh in die Kühle.

Wo ist das Leben nur geblieben,
das diese Menschen einst bewohnt?
Ist alle Kraft schon aufgerieben,
ihr Esprit total verwohnt?

Wo ist die Lust, die Welt zu lieben,
wo die Neugier auf das Licht?
Hat alles jene Zeit vertrieben,
die sie gefüllt mit Bürgerpflicht?

Doch die Seele sucht nach Heimat,
um in Frieden fortzugehn.
Wie ein guter Kamerad
schaut sie auf dein Wohlergehn.

Quasselstrippen

Kein Gedanke bleibt verborgen,
sie beschweren Bett und Tisch
und Ideen, alle Sorgen
rühmen sich gar prahlerisch.

Bleibt ein Zauber in den Worten,
wenn sie stets und überall
ziehn in endlosen Kohorten,
wie ein Zug im Karneval?

Wirkt nicht manchmal eine Stille
wie ein Urlaub an der See
oder eine Schlafpastille
nachmittags im Tee?

Kein Gedanke bleibt verborgen,
wenn der Mensch hat Temperament.
Und Ideen, alle Sorgen
werden sofort ausgeschwemmt.

Die Massage

Ich tauch ein in warme Klänge
voller Zauber und Magie,
verlier sofort die Herzensstrenge,
wie, das weiß ich nie.

Ich tauch ein in sanfte Farben,
lila, rot und goldnes Licht.
Lange musste ich schon darben,
jetzt freu ich mich auf diese Schicht.

Ich tauch ein in eine Stille,
die mein ganzes Sein ergreift
und es ist erneut mein Wille,
dass sie meinen Stress abstreift.

Ich tauch ein in kräftges Kneten,
jeder Muskel wird gedrückt.
wie ein Angriff von Raketen,
die Thai-Massage ist geglückt.